Ende Mai 2002 ging es nach über zehn Jahren mal wieder mit dem Motorrad in den kleinen, beschaulichen Staat…
Als Ziel der Reise war eine Jugendherberge in Brienz, im Kanton Bern, am Brienzersee auserkoren. Im Vorfeld hatten wir überlegt Brienz als Zentrum für Tagestouren zu wählen. Alternative Überlegung war, in Tagestouren Stück für Stück durch die Schweiz zu tingeln. Nachteil wäre gewesen immer das volle Gepäck mitschleppen zu müssen. Da der Fahrspaß im Vordergrund stand kam also nur die Variante ohne Gepäck in Frage.
Gestartet wurde gegen 04:00 Uhr morgens im rheinischen Neuss. Im weiteren Verlauf ging es über die Autobahn rund 400 Kilometer bis nach Baden-Baden. In Baden-Baden haben wir die Autobahn verlassen und uns im schwarzen Wald ein ausgiebiges Frühstück gegönnt.

Der weitere Weg führte uns über die Schwarzwaldhochstraße, kurz auch B500 genannt, vorbei am Mummelsee und weiteren Sehenswürdigkeiten des Schwarzwaldes bis nach Waldshut-Tiengen. Frei nach dem Motto:
Der Weg ist das Ziel!
Allerdings schlugen die knapp 190 Kilometer durch den Schwarzwald mit einer Fahrzeit von rund vier Stunden zu Buche. Da die Strecke in weiten Teilen hoffnungslos überfüllt war, wurde sie in den folgenden Jahren ausgeklammert.
In Waldshut-Tiengen wurde nach akribischer Einreisekontrolle die Grenze passiert und es ging weiter über Landstraße in den Kanton Bern nach Brienz. Die noch folgenden 140 Kilometer schlugen mit weiteren 3 Stunden auf dem Fahrzeitkonto zu Buche. In Summe hatten wir bis zu diesem Wegpunkt rund 11 Stunden auf den Moppeds absolviert und das war für die Anreise eindeutig zu lang.
Immerhin galt es nun noch die rund 140 Kilometer auf schweizerischen Landstraßen zurückzulegen. Neben den kleinen Dörfern gab es auch noch zwei ordentliche Passstrecken zu bewältigen, da sich der Routenplaner nicht hat Lumpen lassen. Beide Fahrer waren hier schon deutlich übermüdet und auch an der Grenze der Erschöpfung angelangt. So hatten wir aber noch mit den Tücken einer, aufgrund eintretender Dunkelheit, vereisten und somit außerordentlich tükischen Passstraße zu kämpfen. Das hätte beinahe schon auf der ersten Wegstrecke zu einem Sturz geführt. Der konnte glücklicherweise noch verhindert werden, führte aber auch nochmal zu einer kleinen Pause bevor die letzten Kilometer zurückgelegt wurden.
In der Jugi angekommen wurde erstmal ein kleines und verdammt teures Bierchen aus dem Automaten gezischt. Im Anschluss wurde völlig ermattet aber dennoch zufrieden das geräumige Zimmer mit Doppelstockbett aufgesucht. Den Augenblick des Aufschlags auf das Kopfkissen hat keiner von uns beiden noch bewusst erlebt.
In den folgenden fünf Tagen wurden, nach leckerem Frühstück in der Jugi, alle befahrbaren Passstraßen abgeklappert. Es gab zwei Pässe auf der ToDo-Liste die aufgrund späten Schneefalls kurzerhand nochmal gesperrt wurden. Der höchste Pass in der Reihe derer die „abgegrast“ wurden, war der Sustenpass mit 2224 m. ü. M..

Hier eine kleine Auswahl an Fotos der Tage…
Doppelzimmer hochkant
Zerstäuber
Grüner See
Burg
Wasserfall
See im Sonnenuntergang
Paus auf’m Pass
Reglementierte Abfahrt
Brienzer See
Gletscher See
Was eine Passstraße
Und sie geht noch weiter
Pause auf’m Grimsel
Eisberg voraus
Brienzer See
Bergmassiv