Kategorie: Motorrad

Welcome back to Switzerland

Im folgenden Jahr wurde die Route für die Anfahrt geändert. Diesmal ging es bis an die Grenze der Schweiz über die schnelle Autobahn. Die restliche Strecke über Land in der Schweiz zog sich dennoch wie Kaugummi. Aber einmal angekommen waren die Strapazen der Anreise schnell vergessen und die Vorfreude auf die vielen Passstraßen stieg immer weiter…
Wie im Vorjahr war die Jugi in Brienz der Dreh- und Angelpunkt all unserer Tagestouren.

Der Sommer 2003 ist einigen sicherlich noch als sehr heißer Sommer in Erinnerung. Nach diesem Trip läßt sich bestätigen, dass es auch in den Bergen auf 3000 Metern heiß sein kann. Als wir einen kleineren Bergsee für ein erfrischendes Bad auserkoren hatten, mussten wir schnell feststellen, dass das Wasser Badewannentemperatur hatte und damit weit entfernt von einer Erfrischung war. Mag daran gelegen haben, dass es sich um einen künstlich gestauter Trinkwasseresee handelte, der aufgrund der anhaltenden Hitze nur noch minimal Wasser führte. Gefühlte Temperatur dürfte um die 30° betragen haben. Der Asphalt des angrenzenden Weges hatte sich bereits so stark erwärmt, dass die Dicke gefährlich tief in diesen einsank.

Auf in die Schweiz

Ende Mai 2002 ging es nach über zehn Jahren mal wieder mit dem Motorrad in den kleinen, beschaulichen Staat…

Als Ziel der Reise war eine Jugendherberge in Brienz, im Kanton Bern, am Brienzersee auserkoren. Im Vorfeld hatten wir überlegt Brienz als Zentrum für Tagestouren zu wählen. Alternative Überlegung war, in Tagestouren Stück für Stück durch die Schweiz zu tingeln. Nachteil wäre gewesen immer das volle Gepäck mitschleppen zu müssen. Da der Fahrspaß im Vordergrund stand kam also nur die Variante ohne Gepäck in Frage.

Gestartet wurde gegen 04:00 Uhr morgens im rheinischen Neuss. Im weiteren Verlauf ging es über die Autobahn rund 400 Kilometer bis nach Baden-Baden. In Baden-Baden haben wir die Autobahn verlassen und uns im schwarzen Wald ein ausgiebiges Frühstück gegönnt.

B500-Hybrid B500-Karte

Der weitere Weg führte uns über die Schwarzwaldhochstraße, kurz auch B500 genannt, vorbei am Mummelsee und weiteren Sehenswürdigkeiten des Schwarzwaldes bis nach Waldshut-Tiengen. Frei nach dem Motto:
Der Weg ist das Ziel!
Allerdings schlugen die knapp 190 Kilometer durch den Schwarzwald mit einer Fahrzeit von rund vier Stunden zu Buche. Da die Strecke in weiten Teilen hoffnungslos überfüllt war, wurde sie in den folgenden Jahren ausgeklammert.

In Waldshut-Tiengen wurde nach akribischer Einreisekontrolle die Grenze passiert und es ging weiter über Landstraße in den Kanton Bern nach Brienz. Die noch folgenden 140 Kilometer schlugen mit weiteren 3 Stunden auf dem Fahrzeitkonto zu Buche. In Summe hatten wir bis zu diesem Wegpunkt rund 11 Stunden auf den Moppeds absolviert und das war für die Anreise eindeutig zu lang.

SchweizImmerhin galt es nun noch die rund 140 Kilometer auf schweizerischen Landstraßen zurückzulegen. Neben den kleinen Dörfern gab es auch noch zwei ordentliche Passstrecken zu bewältigen, da sich der Routenplaner nicht hat Lumpen lassen. Beide Fahrer waren hier schon deutlich übermüdet und auch an der Grenze der Erschöpfung angelangt. So hatten wir aber noch mit den Tücken einer, aufgrund eintretender Dunkelheit, vereisten und somit außerordentlich tükischen Passstraße zu kämpfen. Das hätte beinahe schon auf der ersten Wegstrecke zu einem Sturz geführt. Der konnte glücklicherweise noch verhindert werden, führte aber auch nochmal zu einer kleinen Pause bevor die letzten Kilometer zurückgelegt wurden.

In der Jugi angekommen wurde erstmal ein kleines und verdammt teures Bierchen aus dem Automaten gezischt. Im Anschluss wurde völlig ermattet aber dennoch zufrieden das geräumige Zimmer mit Doppelstockbett aufgesucht. Den Augenblick des Aufschlags auf das Kopfkissen hat keiner von uns beiden noch bewusst erlebt.

In den folgenden fünf Tagen wurden, nach leckerem Frühstück in der Jugi, alle befahrbaren Passstraßen abgeklappert. Es gab zwei Pässe auf der ToDo-Liste die aufgrund späten Schneefalls kurzerhand nochmal gesperrt wurden. Der höchste Pass in der Reihe derer die „abgegrast“ wurden,  war der Sustenpass mit 2224 m. ü. M..

Kanton Bern

 

 

Hier eine kleine Auswahl an Fotos der Tage…